09. Mai 2026 | Gäuäckersporthalle 1, Fellbach

09.05.2026, Gaeuaeckersporthalle I Fellbach, VLW Pokalfinale 2026: Barock Volleys MTV Ludwigsburg vs TSV G.A. Stuttgart und TV Rottenburg vs TSG Tübingen, Foto: Nils Wüchner
Fellbach war am Samstag der Mittelpunkt des württembergischen Volleyballs: Der SV Fellbach richtete das diesjährige VLW-Pokalfinale in der Gäuäckersporthalle aus und bot rund 250 Zuschauern einen rundum gelungenen Finaltag – mit zwei hochklassigen Begegnungen, spannenden Sätzen und einer festlichen Siegerehrung als würdigem Abschluss.
Damen: Barock Volleys MTV Ludwigsburg gewinnen souverän
Barock Volleys MTV Ludwigsburg – TSV GA Stuttgart 3:0 (25:23, 25:20, 25:19)
Den Auftakt machten die Damen: Ab 14:30 Uhr standen sich die Barock Volleys MTV Ludwigsburg und der TSV GA Stuttgart gegenüber. Der erste Satz war über weite Strecken ausgeglichen und bis zum Schluss offen – erst beim Stand von 25:23 entschied Ludwigsburg den Durchgang knapp für sich. Danach übernahmen die Barock Volleys immer deutlicher die Kontrolle und ließen Stuttgart in Satz zwei und drei keine Chance mehr. Der 3:0-Endstand war am Ende ein ungefährdeter und verdienter Sieg für Ludwigsburg.
Die wertvollsten Spielerinnen des Finals wurden Sarah Schaefers (Ludwigsburg) und Mia Zorn (Stuttgart) ausgezeichnet.
Herren: TV Rottenburg setzt sich im Vier-Satz-Krimi durch
TV Rottenburg – TSG Tübingen 3:1 (25:20, 13:25, 25:18, 25:22)
Das Herrenfinale, angepfiffen um 17:00 Uhr, bot dem Publikum Volleyball auf höchstem württembergischem Niveau. Mit dem TV Rottenburg – der in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga aufschlagen wird – hatte die Gäuäckersporthalle einen echten Hochkaräter zu Gast, und der SV Fellbach darf sich glücklich schätzen, einem solchen Spiel den Rahmen geboten zu haben.
Die TSG Tübingen, gecoacht von ihrer erfahrenen Trainerin Andrea Richter, hielt dem Favoriten phasenweise hervorragend stand. Dies zeigte sich besonders im zweiten Satz, der überraschend deutlich mit 25:13 an Tübingen ging – ein starkes Ausrufezeichen der TSG. Rottenburgs Trainer Jan Scheuermann hingegen nutzte den Finaltag bewusst, um seiner gesamten Mannschaft Spielpraxis zu geben: Er ließ auch jüngere Talente auflaufen und schonte teilweise die erfahreneren Kräfte auf der Bank – ein Zeichen von Vertrauen in den Kader und sportlichem Weitblick. Am Ende setzte sich Rottenburg mit 3:1 durch und holte den Pokal verdient.
Als wertvollste Spieler des Herren-Finals wurden Moritz Rauber (Rottenburg) und Henri Räwer-Tanguep (Tübingen) ausgezeichnet.
Siegerehrung mit ganz besonderer Note
Den krönenden Abschluss bildete die gemeinsame Siegerehrung beider Wettbewerbe, durchgeführt von Werner Hofmann (Pokalspielwart des VLW). An seiner Seite wirkten Tillman Wied (Vorstand des SV Fellbach), Manohar Faupel (stellvertretender Geschäftsführer des Volleyball-Landesverbands Württemberg) sowie die ehemalige Fellbacher Spielerin Conny Marjanovic mit.
Für Conny Marjanovic war es ein ganz besonderer Moment: Bereits im vergangenen Jahr hatte sie in Geißelhardt bei der Siegerehrung assistiert – und durfte dort ihrer Tochter Sara, die mit den Binder Blaubären TSV Flacht in dieser Saison in der 1. Bundesliga spielte, die Goldmedaille umhängen. Dieses Jahr, in Fellbach, war es ihr Sohn Dominic Marjanovic, der mit dem TV Rottenburg auf dem Siegertreppchen stand. Eine Mutter, die ihren Kindern in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die Goldmedaille überreichen darf – eine Geschichte, schöner als jedes Drehbuch.
Erfahrene Schiedsrichter leiten die Finals
Die beiden Begegnungen wurden geleitet von Martin Feistritzer (SV Fellbach), Christopher Völker und Steffen Bußmann. Mit Martin Feistritzer stand ein Schiedsrichter mit ganz besonderer Fellbacher Vita auf dem Stuhl: Der ehemalige österreichische Nationalspieler war als Spieler für den SV Fellbach aktiv, führte den Verein als Trainer in die 1. Bundesliga, war anschließend Co-Trainer unter Brian Watson, als der SVF die Bundesliga-Vizemeisterschaft holte, und trainierte Fellbach später auch als Chefcoach in der Bundesliga. Bis heute ist er dem Verein als Trainer verbunden – eine lebende Vereinsgeschichte auf dem Schiedsrichterpodest.
Glänzende Organisation – ein kleiner Wermutstropfen
Das Organisationsteam des SV Fellbach hat diese Veranstaltung hervorragend auf die Beine gestellt und vor rund 250 Zuschauern für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Ein besonderes Highlight war die Fotobox des VLW, die Spielerinnen, Spieler und Fans gleichermaßen für fröhliche Erinnerungsfotos begeisterte.
Ein Wermutstropfen bleibt dennoch zu erwähnen: Es war die erste Veranstaltung seit 14 Jahren, bei der kein offizieller Vertreter der ausrichtenden Stadt anwesend war; trotz rechtzeitiger Einladung. Bei einem Event dieser Güte hätte man sich einen Bürgermeister oder zumindest dessen Stellvertreter gewünscht – alle anderen Kommunen hatten es sich in der Vergangenheit stets nicht nehmen lassen, diese hochkarätige Volleyball-Veranstaltung mit ihrer Präsenz zu würdigen.
Herzlichen Glückwunsch an die Barock Volleys MTV Ludwigsburg und den TV Rottenburg zum Pokalgewinn 2026! Ludwigsburg und Tübingen haben sich damit auch für den Regionalpokal Süd qualifiziert, wo sie auf die Pokalsieger aus Nord- und Südbaden treffen und sich für den DVV-Pokal empfehlen können. Tübingen als Zeitplatzierter, da Rottenburg nächstes Jahr in der 1. Bundesliiga aufschlägt und sowieso im DVV-Pokal verteten ist. Ein großes Dankeschön gilt dem SV Fellbach und seinem gesamten Helferstab für die herzliche Gastfreundschaft und die hervorragende Ausrichtung dieses Finaltages.
Pokalspielwart des württembergischen Volleyballverbands Werner Hofmann
