Schulleiter und begabter Golfspieler

– Christian Metzger? In den vergangenen Jahrzehnten haben Sportlerinnen und Sportler aus Fellbach und Kernen viel erlebt und waren deshalb auch immer wieder präsent in unserer Zeitung. Inzwischen ist es ruhiger um sie geworden. Wir haken nach.

Christian Metzger (Nummer vier) im Trikot des SV Fellbach bei einem Bundesliga-Spiel in der Gäuäckerhalle I im Oktober 1995… Foto: Archiv

Die Vorzeige-Volleyballer des MTV Ludwigsburg starten am Dienstag, 21. Oktober, 19 Uhr, mit einem Heimspiel gegen den amtierenden Vizemeister SVG Lüneburg in ihre Premierensaison in der höchsten deutschen Spielklasse. Ob Christian Metzger dann unter den Zuschauern in der MHP-Arena weilt, ob er zuhause vor dem Fernsehgerät sitzen wird, oder ob er das Spiel eventuell gar nicht anschaut, das weiß er noch nicht. Klar ist nur, dass sein Platz nicht mehr an der Seitenlinie sein wird, wo er seit vergangenen Dezember gemeinsam mit Michael Dornheim die Mannschaft zum ersten Erstligaaufstieg der Vereinsgeschichte geführt hat. Zwölf Jahre lang, von 1992 bis 2004, hatte Metzger selbst als Profi für vier deutsche Klubs im Oberhaus und für den TSV Schmiden in der Zweiten Bundesliga am Netz gebaggert und geschmettert. Auch Auslandserfahrungen hatte er beim italienischen Spitzenklub in Crema unweit von Mailand in der Lombardei gesammelt.

Während der Freund und langjährige Weggefährte Dornheim jetzt Sportlicher Leiter in Ludwigsburg ist und das Traineramt an den Finnen Hasse Mattila übergeben hat, hat Metzger sein Engagement als Assistent aus freien Stücken beendet. „Das Ganze war ein Freundschaftsdienst für Michael, und es hat auch sehr viel Spaß gemacht. Es kann durchaus sein, dass ich noch einmal irgendwann im Jugendbereich mithelfen werde. Aber eigentlich habe ich seit Mai mit dem Thema Volleyball abgeschlossen“, sagt der 53-Jährige.

Mittlerweile spielt aber nicht mehr der Volleyball, sondern spielen Familie und Beruf die Hauptrolle im Leben des Mannes, der 1995, damals vom ASV Dachau kommend, beim SV Fellbach angeheuert hatte. Drei Jahre blieb Metzger unter dem Kappelberg; der sportliche Höhepunkt war dabei ganz sicher der Gewinn der deutschen Vizemeisterschaft 1998. In der Finalserie hatte der SVF drei glatte Niederlagen gegen Metzgers Ex-Verein VfB Friedrichshafen hinnehmen müssen.

Kontakte zu damaligen Mitspielern hat Metzger außer zu Michael Dornheim auch noch zu Simon Tischer und sogar zum Australier Benjamin Hardy. „Ich habe in meiner Volleyballzeit ein weltweit großes Netzwerk aufgebaut, das ich noch immer gerne nutze – auch um Spieler und Trainer zu vermitteln“, sagt Metzger, der 1994 an der Seite von Dornheim und Bogdan Jalowietkzi mit der deutschen Nationalmannschaft den neunten Rang bei der Weltmeisterschaft in Griechenland belegt hatte.

Nach dem Ende der eigenen Spielerkarriere, coachte Metzger noch die TG Rüsselsheim und Eintracht Mendig im deutschen Oberhaus. Gleichzeitig begann er in Koblenz ein Lehramtsstudium. „Meine Sportart hat mir viel im Umgang mit Menschen gelehrt. Das hilft mir heute in meinem Beruf in vielen Situationen weiter. Dafür bin ich dankbar“, sagt Metzger. Er ist seit neun Jahren Schulleiter an der 700 Pennäler zählenden Otto-Rommel-Realschule in Holzgerlingen im Schönbuch. Zuvor war er bereits Schulleiter an der Oskar-Schwenk-Schule im benachbarten Waldenbuch gewesen. Metzger unterrichtet aktuell nur das Fach Geografie, das in seiner Schule in den fünften und sechsten Klassen bilingual, also in deutsch und englisch, unterrichtet wird.

Metzgers jüngster Spross, der sechsjährige Sohn, wird im nächsten Jahr eingeschult. Die deutlich älteren Töchter studieren beziehungsweise stecken schon im Berufsleben. Anna, 26, spielt zudem beim Regionalligisten SV Fellbach Volleyball, Lilly, 23, beim Drittligisten TB Regenstauf in der Oberpfalz.

Nach dem Ende des Engagements in Ludwigsburg hat der Ex-Nationalspieler, der Anfang der 2000er Jahre auch noch einige Zeit unter anderen an der Seite des Schmideners Christian Kilgus und von Burkhard Sude, der deutsche „Mister Volleyball“, als Beachvolleyballer aktiv war, wieder mehr Zeit für ein anderes Hobby: Der ehemalige Volleyballer ist mittlerweile beim GC Schönbuch ein begeisterter und auch nicht ganz unbegabter Golfspieler. Sein aktuelles Handicap liegt bei für Freizeitspieler sehr beachtlichen elf.

Harald Landwehr Fellbacher Zeitung

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